Physiotherapie

Definition: Physiotherapie (Krankengymnastik) Þ „physikalische Therapie“, syn. Heilgymnastik“

Unterstützung von Therapie und Pflege durch planmäßigen Einsatz von:

  • passiven Maßnahmen (Lagerung, Massagen, Dehnungen)
  • aktiven körperlichen Bewegungsübungen (Gymnastik, Gruppen, Muskelaufbautraining)

Unter Anleitung durch einen Physiotherapeuten, z.B.

in der Orthopädie

Vorbeugen von Schäden des Haltungs- und Bewegungsapparates,Kontrakturprophylaxe

Innere Medizin

Kreislauf- und Lungenfunktionstraining

Neurologie

Bewegungen anbahnen, fördern und verbessern, Koordinationstraining, Hemmung der pathologischen (unerwünschten) Bewegungsmuster

 

Das Krankengymnastik-Team besteht aus vier staatlich geprüften Krankengymnastinnen. Wenn ein Schüler ein Rezept mitbringt, wird gemeinsam mit den Lehrern ein geeigneter Termin festgelegt, an dem die Therapie stattfindet. Dieser wird so gelegt, dass die Schüler möglichst wenig vom Unterricht verpassen und an allen Klassenaktivitäten teilnehmen können. Jeder Schüler bekommt ein bis zwei Mal pro Woche Krankengymnastik, wenn notwendig, auch mehr.

 

Die Schüler werden überwiegend nach dem Bobath – Prinzip behandelt. ( Therapieverfahren, das zur konservativen Behandlung von neurologischen Schäden entwickelt wurde: Systematisches Training zur Herstellung der normalen Tonuslage, Anbahnung höherintegrierter Bewegungs- und Haltungsreflexe und zur Unterdrückung pathologischer bzw. primitiver Reflexmechanismen; Behandlungsmethode zur Verhinderung bzw. Abschwächung spastischer Lähmungserscheinungen; umwandelbar auch für Orthopädie und Innere Medizin einsetzbar und besonders für die Kinderheilkunde)

 

Zusätzlich wird auf die Psychomotorik, FBL (Funktionelle Bewegungslehre) und die Sensorische Integration (Wahrnehmungsschulung) zurückgegriffen. Jeder Schüler wird individuell betreut und bleibt auch bei der gleichen Therapeutin, da ein ständiger Wechsel die Kinder irritiert und verunsichert. Wichtig ist, dass zwischen der Therapeutin und den Schülern eine tiefe Vertrautheit aufgebaut wird, so dass die Kinder gerne und mit Freude dabei sind.

 

Die Krankengymnastinnen kümmern sich zusätzlich um die orthopädische Versorgung der Schüler wie Schuhe, Schienen, Rollstühle, Sitzschalen, Stehbretter, Laufgeräte, Lagerungskeile und weitere Hilfsmittel. Sie besprechen dieses mit den jeweiligen Ärzten und erarbeiten mit den Orthopädiemechanikern der verschiedenen Orthopädiehäuser die bestmögliche Versorgung sowohl für die Schule als auch für zu Hause.

Die Therapeutinnen stehen ständig mit den Lehrern in Verbindung und reden mit ihnen über die Entwicklung der Schüler.

 

Wichtig ist auch das enge Zusammenarbeiten von Eltern, Lehrern und Therapeuten, da nur so eine rundum gute Entwicklung der Schüler gewährleistet ist.