Förderung schwerstbehinderter Schüler

In der Berufspraxisstufe werden schwerstbehinderte Schüler hauptsächlich innerhalb der beiden Fachbereiche Holz und Metall, aber auch in den anderen Fach-bereichen unterrichtet. Dadurch erfahren sie von ihren Mitschülern tagtäglich vielfältige Anregungen in sozialer und kommunikativer Hinsicht.
Die Förderung schwerstbehinderter Schüler erfolgt sowohl in Einzel-, bzw. Klassensituationen als auch in fachbereichsübergreifenden Kleingruppen. In der Zeit, in der die Schüler der Fachbereiche Holz und Metall fachspezifisch unterrichtet werden, erfahren die schwerstbehinderten Schüler Förderung im musisch-ästhetischen und lebenspraktischen Bereich. Darüber hinaus umfasst der Unterricht im Alltag immer wiederkehrende Situationen, die durch die Sicherung vitaler Grundbedürfnisse gekennzeichnet sind (wie z.B. Förderpflege, Esstraining, etc.).
Die im Folgenden aufgeführte Stundentafel gibt Auskunft darüber, wie oft und in welchem Umfang die einzelnen Unterrichtsfächer wöchentlich unterrichtet werden:

Stundentafel

4 Std. Lebenspraktisches Training
2 Std. Motorik
1 Std. Religion
1 Std. Trampolin
2 Std. Lebenskundliche Orientierung
2 Std. Sinnesschulung
6 Std. Fachbereich
3 Std. Kreativ
1 Std. Freiarbeit
2 Std. Schwimmen
3 Std. Musik
1 Std. Andacht

Die Unterrichtsarbeit im Berufspraxisbereich orientiert sich an dem „Kombinierten Konzept“ von Susanne Dank, die die Intention einer „individuellen Förderung Schwerstbehinderter“ verfolgt. Um jedem Schüler möglichst individuell gerecht zu werden, sieht das Konzept eine auf die jeweiligen Bedürfnisse der schwerstbehinderten Schüler abgestimmte Anwendung verschiedener sonderpädagogischer Konzepte vor. Bestimmend für die Auswahl der Lernziele und Lerninhalte durch die Lehrkräfte ist dabei stets die individuelle Lernausgangslage des jeweiligen schwerstbehinderten Schülers. Seine Lernsituation erfordert, dass die einzelnen Lernziele so weit untergliedert werden, dass sie lösbare Aufgaben und Herausforderungen für ihn darstellen. Alle Fördermaßnahmen zielen auf die Entwicklung der individuellen Gesamtpersönlichkeit des Schülers hin.

Um basale Förderung für die schwerstbehinderten Schüler zu ermöglichen, wurde im Berufspraxishaus ein besonderer Raum geschaffen und eingerichtet. Innerhalb dieses Raumes zur basalen Förderung erfahren sie gezielte Angebote in den Bereichen: „Wahrnehmung und Bewegung“, „Sprache und Denken“, sowie „Soziabilität und Identität“. Zur Ausstattung des Raumes gehören ein Wasserbett, vielfältige Sitz- und Lagerungsmöglichkeiten (Sitzsack etc.), Alltagsmaterialien aller Art sowie Materialien zur Schulung der verschiedenen Sinnesbereiche (Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken, Riechen etc.). Darüber hinaus stehen für die Arbeit mit schwerstbehinderten Schülern noch weitere Räumlichkeiten mit umfänglicher Ausstattung zur Verfügung (z.B. die Turnhalle, der Trampolinraum, der Snoezelenraum etc.)