Unterstufe

Da die Schüler mindestens drei Jahre innerhalb einer Stufe, somit auch der Unterstufe verbleiben, gibt es Klassen, in denen die Schüler beinahe gleichaltrig sind aber auch Klassen mit einer Altersdifferenz von bis zu drei Jahren. Diese flexible Schuleingangsphase hat den Vorteil, dass die „Kleinen“ von den „Großen“ lernen können und die „Großen“ für die „Kleinen“ Vorbild sind und ihnen helfen können.

 

Schwerpunkte der Arbeit in der Unterstufe bilden die Erziehung zur Selbstständigkeit und das soziale Lernen. Viele Kinder müssen, wenn sie in die Schule kommen, zunächst lernen, sich an Regeln zu halten und sich in eine Gruppe einzuordnen. Das Erziehungsziel „Selbstständigkeit“ ist permanenter Bestandteil des Unterrichts und wird durch das Fach „Lebenspraktisches Training“ vertieft. Dazu zählt die Sauberkeitserziehung sowie der Aspekt der „Handlungsplanung“: Die Schüler müssen lernen, Ideen zu entwickeln (um ein Problem zu lösen), deren Umsetzung zu planen, auszuführen und letztendlich den Erfolg zu kontrollieren und zu bewerten: „Hat es geklappt? Wie habe ich das gemacht?“. Für diesen Prozess ist ein hohes Maß an Konzentration und Strukturierung notwendig, auch wenn das Ziel „lediglich“ ist, sich die Jacke anzuziehen. Unterrichtsfächer wie in Regelschulen stehen ebenfalls im Mittelpunkt des Alltags: Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen, sowie Sachkunde, Religion, Sport, Schwimmen etc. Aufgrund des Status einer ganzheitlich orientierten Förder- und Ganztagsschule wird der Fächerkanon durch eine wöchentliche Andacht, Sinnesschulung, Verkehrserziehung, Kochen (Hauswirtschaft), Spiel, Reiten und Trampolin erweitert. In der Regel zeigen alle Schüler hohen Förderbedarf in den Bereichen Wahrnehmung und Motorik, welche sich gegenseitig bedingen und Grundlage der kognitiven Entwicklung sind und damit Basis jeglichen Lernens. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Fächer wie Sport, Trampolin, Reiten und Schwimmen in jeder Unterrichtswoche verankert sind.

 

Kleine Klassen von acht bis neun Schülern bei zwei Lehrkräften bieten den Vorteil eines individualisierten Unterrichts. So kann jedes Kind nach seinen Bedürfnissen gefördert werden. Da jedes Kind aufgrund seiner Behinderung eine andere Lernausgangslage hat, wird der Unterricht einerseits in der Gesamtgruppe durchgeführt und andererseits die Möglichkeit genutzt, in zwei Gruppen nach Leistung zu differenzieren; das Thema bleibt dabei für alle Kinder gleich. In der Unterstufe gibt es das Konzept der Kooperationsklassen, was bedeutet, dass jeweils zwei Klassen inhaltlich enger zusammenarbeiten. So besteht die Möglichkeit, bei Bedarf die Klassen zu mischen und nach Leistung zu gruppieren. Dies findet jährlich während eines Projektes statt und kann fakultativ auch im Schwimm- oder Sportunterricht etc. durchgeführt werden.